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G-Town Remixed – Wie klingt Gudensberg?

Die Klang.Forscher der Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg gingen der Frage nach, was die nordhessische Kleinstadt Gudensberg – im Jugendlichen-Jargon „G-Town“ genannt – klanglich ausmacht:
Kann man die vielgestaltig wahrgenommene Identität eines Ortes klanglich so einfangen und montieren, dass eine Mehrzahl der Gudensberger Bürger ihren Wohnort erkennen würde?
Um sich dieser Frage praktisch zu nähern, bildeten die Gudensberger Schülern drei Kleingruppen. Die erste Gruppe sammelte kurze, prägnante Klangereignisse, die sich eignen, rhythmische Grundstrukturen zu bilden. Diese wurden mit flächigen, atmosphärischen Klängen der zweiten Gruppe verbunden. Die dritte Gruppe führte Interviews mit verschiedenen Bewohnern der Stadt und fügte der Klangcollage eine sprachlich-kognitive Ebene hinzu. Die von den Schülern gesammelten Aufnahmen wurden im nahe gelegenen UVASONAR-Tonstudio gemeinsam mit einem Tonprofi zum „G-Town-Remix“ selektiert, geschnitten, arrangiert und abgemischt.

Ein Hörspaziergang, ein Soundwalk, stand am Anfang unseres Klang.Forscher!-Projekts. Wir sind ohne zu sprechen durch unseren Ort gegangen und das war ziemlich schwer. Wir haben dabei die typischen Geräusche und Klänge unserer Stadt wahrgenommen und mit den Ohren gesammelt. Danach haben wir die Klänge aufgeschrieben, nach ihrem Ursprung untersucht und kategorisiert. So entstand eine Geräuschliste. Nun mussten wir überlegen, wo die besten klanglichen Ergebnisse für die Geräusche in der Stadt zu erzielen waren. Bei den Aufnahmen gab es teilweise coole Situationen, so hat beispielsweise ein LKW-Fahrer gehupt, als wir die Fahrgeräusche der Autobahn aufnahmen. Gegen Ende des Klangsammelns sind uns manchmal auch die Ideen für neue Klänge ausgegangen. Teilweise war es auch anstrengend, die langen Wege zu Fuß bei Nieselregen und auch bei Hitze zurückzulegen. Insgesamt haben wir offene Ohren bekommen für die Klänge in unserer Umwelt. Wir sind sensibler geworden dem Hören gegenüber. Und wir haben gelernt, uns zu disziplinieren, zum Beispiel, dass wir nicht in eine Aufnahme hineinreden.

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„Es war sehr spannend, die Arbeitsweise in einem Tonstudio kennenzulernen. Das war etwas Neues für uns, die technischen Möglichkeiten mit vielen Beispielen zu erproben, das hat viel Freude gemacht.“
Kevin, 12 Jahre

„Während des Projektes haben wir gelernt, dass es normal ist, wenn sich langweilige und spannende Phasen abwechselten. Man braucht manchmal ganz schön Ausdauer, wenn man zu guten Ergebnissen kommen will. Das ist eine wichtige Erfahrung!“
Muhammed, 13 Jahre

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Die Schule

Die Dr.-Georg-August-Zinn-Schule Gudensberg ist eine kooperative Gesamtschule, die von etwa 650 Schülerinnen und Schülern besucht wird. Die Schule gliedert sich in eine folgende Zweige: Förderstufe, Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulzweig. Durch die Kooperationspartner (bspw. Staatstheater Kassel, Musikschule Schwalm-Eder-Nord e. V.) bieten wir den Jugendlichen u.a. ein umfängliches kulturelles Angebot im Regelunterricht. Darüber hinaus können die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag viele Neigungsangebote im Bereich der Ganztagsschule besuchen.

Am Pilotprojekt Klang.Forscher! nahm eine Förderstufenklasse des 6. Jahrgangs teil.

Betreuender Lehrer: Andreas Rubisch (Musiklehrer, Förderstufenleiter)
Mediencoach: Roman Beilharz (Komponist, Tontechniker, Musikproduzent)